Über uns

Geschichte des Offenburger Segel-Club Gifiz e.V.
Wer in den 30er Jahren auf der Bundesstraße 3 von Offenburg in Richtung Süden fuhr, konnte einige hundert Meter nach dem Bahnübergang einen Feldweg entdecken, der nach links in die Wiesen führte. Wer ihm und dem Wegweiser „Landfahrerhalteplatz“ folgte, kam zu einem kleinen, von Büschen und Bäumen umgebenen Baggerloch. Der große Bedarf an Sand und Kies war es, der in der Zeit des wirtschaftlichen Aufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg das einstige Baggerloch langsam zu einem See werden ließ. Hier klicken für mehr.

Diese wachsende Wasserfläche am Rand des neu entstandenen Stadtteils Uffhofen ließ bei manchem Vorstellungen von einem Sport wachsen, der in dieser hiesigen Gegend keine Tradition hatte – nämlich das Segeln.
So tauchten ab dem Frühjahr 1963 nach und nach auch Segelboote auf dem Gifiz-See auf, zu Wasser gelassen an dem Strand, den die Stadt im Hinblick auf den geplanten Bau des Gifiz-Bades hatte abflachen lassen. Als dieses Bad im Sommer 1964 eröffnet wurde, brauchten die Segler einen neuen Platz.

In Gesprächen mit der Stadt kristallisierte sich das an das Bad nach Westen angrenzende Wiesengelände als geeignet heraus, das heute noch als Bootsplatz dient.
Erste bauliche Maßnahmen, wie etwa die Anlegung der Rampe für das Einsetzen der Boote, wurden noch von der Stadt durchgeführt, dann war die Arbeit der Segler gefordert. Deshalb gründete man am 1. Juni 1967 den „Offenburger Segel-Club Gifiz“, der am 24. November 1967 auch in das Vereinsregister eingetragen wurde. Seit 1970 ist der Club mit der offiziellen Kurzbezeichnung OSCG auch Mitglied im Deutschen Segler-Verband.
Damit hatten die Segler ein geregelte Vertretung ihrer Interessen und die Stadtverwaltung einen Partner zur Regelung der anstehenden Fragen wie Pachtvertrag und Segelordnung für den Gifiz-See. Die augenblicklich wichtigste Gemeinschaftsaufgabe aber war der Bau eines Bootssteges, Grundlage jedes Segelbetriebs.

In die Erhaltung und Erweiterung dieser Anlage mussten Jahr um Jahr erhebliche Geldmittel und Eigenarbeit investiert werden. Im Lauf der Jahrzehnte hat der Segel-Club Zug um Zug sein Vereinsgelände ausgebaut: Flaggenmast, Doppelgarage, Toilettenanlage, Bootskran und neue Steganlage. Die völlige Erneuerung der Steganlage im Jahr 1985 kostete allein 23 000 Euro.

Gut einen Kilometer lang und ca.400 m breit – das Revier des Offenburger Segel-Clubs ist in der Tat überschaubar und hat einen unschätzbaren Vorteil: es liegt quasi vor der Haustüre, ist also ideal für den kleinen Feierabendtörn zum Entspannen.
Dass man auf der Gifiz wohl Segelsport treiben kann, zeigen die umfangreichen sportlicher Aktivitäten seit der Gründung des Clubs. Sicher haben schon viele Zuschauer rund um den Gifiz-See miterlebt, wie die Boote bei einer der jährlichen Clubregatten sich entlang der Startlinie aufreihen, um dann auf den mit Bojen abgesteckten Kurs zu gehen, da aber fangen dann die Gifiz-Probleme an. Ein Regattasegler hat es gern, wenn der Wind nach Richtung und Stärke einigermaßen gleich bleibt, damit er danach seinen günstigsten Kurs zur nächsten Boje bestimmen kann.
Demgegenüber wartet der Gifiz-See aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten – der Hochhäuser in Uffhofen und der Bäume auf der Halbinsel – mit immer neuen Überraschungen auf. Gute Siegeschancen hat der, der sich blitzschnell auf veränderte Situationen einzustellen weiß und dazu noch das Glück hat, gerade an der Stelle zu sein, wo die Windbö hereinkommt.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Segelausbildung für Jugendliche, wofür der OSCG inzwischen 11 clubeigene Segeljollen besitzt (7 Opti, 2 x 420, 1x 470, 1x Learling). Boote und auch Ausbilder stellt der OSCG seit Jahren auch für außerhalb des eigenen Vereins laufende Aktivitäten zur Verfügung, z. B. für die „Jugend-Sport-Freizeitwochen“ der Stadt Offenburg, für das Aktionsmodell „Schule und Verein“ und für Projekttage von Schulen.

Segeln in Offenburg, das war vor 35 Jahren ein Traum von wenigen Segelbegeisterten. Mittlerweile sind es über 100 Segler mit 85 Booten geworden – ‚ die an den Gifiz und oft weit darüber hinaus diesem schönen Sport huldigen.